DEMENZ ODER DEPRESSION?

Besonders in frühen Stadien von Demenzen kann die Unterscheidung von einer Depression sehr schwierig sein. Antriebslosigkeit, Interessensverlust und sozialer Rückzug sind typische Symptome der Demenz, aber können auch als Ausdruck einer Depression sein. Andererseits können Depressionen auch ohne begleitende Demenz Gedächtnisstörungen verursachen. Die Unterscheidung wird auch dadurch erschwert, dass sich die beiden Diagnosen nicht ausschließen. Besonders Patienten in höherem Lebensalter leiden nicht selten an beiden Krankheiten zugleich.

In der kognitiv neurologischen Untersuchung unterscheiden sich Gedächtnisstörungen durch Demenz von denen durch Depression weil sie nicht nur den Abruf sondern auch die Speicherung von Informationen bereffen und dass sie nicht nur neu erworbene Inhalte und kürzlich erlebte Episoden, sondern auch langjährig konsolidiertes Wissen betreffen.

Manchmal reicht dieses Kriterium aber nicht zur Unterscheidung. Dann kann es sein, dass sich die richtige Diagnose erst im monatelangen Verlauf herausstellt. Depressive Episoden klingen unter entsprechender Therapie mit Antidepressiva ab. Hingegen verschlechtern sich die Leistungen der dementen Patienten, weil auch Medikamente, welche die Symptome der Demenz mildern, den Verlauf der Krankheit nicht zum Stillstand bringen.