DYSEXEKUTIVES SYNDROM

Denken und Problemlösen
Emotionales Verhalten

 

Die Bezeichnung stammt aus dem Englischen und soll zum Ausdruck bringen, dass es sich um eine Störung eines zentralen Kontrollorgans („executive“) handelt, das kognitive und emotionale Leistungen und Reaktionen überwacht. Die zentrale Kontrolle soll einspringen, wenn Patienten bei Handlungsfolgen das übergeordnete Ziel aus den Augen verlieren oder soziale Regeln verletzen.
Definition und Grenzen des dysexekutiven Syndroms sind nicht eindeutig festgelegt, so dass unterschiedliche Symptome und Störungen damit erfasst sein können. Es lassen sich zwei große Bereiche definieren, in denen es sich auswirkt. Der eine betrifft das Denken und Problemlösen und der andere emotionale Reaktionen und soziales Verhalten. Für beide Aspekte werden in erster Linie Schädigungen des Stirnhirns und diffuse Hirnschädigungen verantwortlich gemacht.

Denken und Problemlösen

Wenn sie mehrschrittige Abläufe planen sollen, wie zum Beispiel eine Reise oder die Herstellung einer mehrgängigen Mahlzeit, berücksichtigen Patienten mit dysexekutiven Störungen nicht alle Bedingungen oder lassen wichtige Elemente aus. Wenn sie mit unerwarteten Hindernisses konfrontiert werden, kann es sein, dass sie die Abweichung vom erwarteten Ablauf entweder gar nicht wahrnehmen oder dass sie Regeln verletzen um das Hindernis zu beseitigen. Die Inflexibilität des Verhaltens führt zu Perseverationen. Dabei kann es vorkommen, dass die Patienten selbst kommentieren, dass sie am falschen Weg sind, aber keine Kontrolle über die eigene Handlung erlangen und weiter falsche Lösungen perseverieren. Die dysexekutive Störung des Denkens und Problemlösens ist eine wesentliche Grundlage der Alltagspannen dementer Patienten.

Emotionales Verhalten

Veränderungen des emotionalen Verhaltens und der selbst initiierten Aktivität können in zwei Richtungen gehen. Sie können eine „Enthemmung“ von sozial unangepassten Verhaltensmustern oder aber eine Antriebsminderung mit Apathie und emotionaler Verflachung bewirken. Beide Arten von Störung sind oft mit einer Vergröberung emotionaler Reaktionen und einem Verlust von Einfühlungsvermögen und Feingefühl verbunden. 
Bei einzelnen Formen degenerativer Demenzen stehen emotionale Veränderungen ganz im Vordergrund der Symptome und sind diagnostisch wegleitend. Zum Beispiel sind bei der „behavioralen Variante der fronto-temporalen Demenz“ die Enthemmung und beim Morbus Alzheimer die Apathie charakteristisch.